Schafft die neue Regierung den Sprung vom Residenzmodell zum Wechselmodell ?

Was tun, damit Kinder mit beiden Elternteilen aufwachsen dürfen, gerade nach Trennung und Scheidung ?

Presseanfrage an Katrin Helling-Plahr (MdB), FDP

2022-01-10

Deutscher Bundestag. Lesung Wechselmodell. Es spricht Katrin Helling-Plahr für die FDP. Foto: Heiderose Manthey.



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Moskau / New York / Washington / London / Paris / Tokio / Peking / Den Haag / Brüssel / Genf / Zürich / Berlin / Frankfurt / Ansbach / Baumholder / Grafenwoehr / Hohenfels / Kaiserslautern / Wiesbaden / Stuttgart / Heidelberg / Karlsruhe / Aachen / Dettenheim / Waldbronn / Remchingen / Keltern / Weiler. Nachdem die FDP Einzug in die Regierung gehalten hat, stellt ARCHEVIVA hinsichtlich der Einführung des Wechselmodells eine Presseanfrage an die Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Katrin Helling-Plahr von der FDP.

Helling-Plahr ist bislang die stärkste Vertreterin für die Einführung des Wechselmodells im Bundestag, das zum Ziel hat Kindern beide Eltern nach Trennung und Scheidung bestmöglich zu erhalten. Die deutsche Bundestagsabgeordnete wird thematisch durch die Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Angelika Werthmann, unterstützt, die sagt: „Kinder, egal, wo wir sind auf dieser Welt, haben das Recht auf beide Elternteile.“

Lesen Sie zum Streit um die Einführung des Wechselmodells im Deutschen Bundestag auch unseren Bericht:

Wechselmodell erneut gescheitert – Anträge zur Familienpolitik an den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz  überwiesen – Franzjörg Krieg zur Verleihung der Staufermedaille für seinen Einsatz für Trennungs- und Scheidungskinder: „Die Opfer dieses brutalen Systems werden sichtbar !“

 

Die Pressefragen an die Bundestagsabgeordnete Helling-Plahr lauten:

1. Wann kommt der Antrag auf Einführung des Wechselmodells – diesmal von Regierungsseite her – (wieder) zur Abstimmung in den Deutschen Bundestag ?
2. Wie weit sind Sie mit der Planung hierfür fortgeschritten und welche Hürden gilt es zu überwinden ?
3. Haben Sie ein ausgereiftes Konzept ausgearbeitet, das wir unserer Leserschaft vorlegen dürfen ?

Katrin Helling-Plahr antwortet:

 

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Katrin Helling-Plahr MdB […]
Gesendet: Donnerstag, 6. Januar 2022 12:33
An: ARCHEVIVA
Betreff: AW: Presseanfrage Wechselmodell

Sehr geehrte Frau Manthey,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Für den von mir in der letzten Wahlperiode eingebrachten Antrag gilt der Grundsatz der Diskontinuität. Es ist nun vornehmlich Aufgabe der Ministerien die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben umzusetzen.

In den Koalitionsverhandlungen haben wir Freie Demokraten uns mit aller Kraft für eine Modernisierung des Familienrechts eingesetzt. Der Koalitionsvertrag beinhaltet nun gute Ansätze, auf die es nun aufzubauen gilt. Detailfragen werden im parlamentarischen Verfahren abschließend geklärt werden. Laut Koalitionsvertrag sollen auch unverheiratete Väter in der Regel das gemeinsame Sorgerecht ab Geburt des Kindes erhalten und allen Familien soll eine am Kindeswohl orientierte partnerschaftliche Betreuung minderjähriger Kinder auch nach Trennung und Scheidung der Eltern ermöglicht und die dafür erforderlichen Bedingungen geschaffen werden. Im Unterhaltsrecht soll die Betreuungsanteile nach der Scheidung besser berücksichtigt werden, ein wichtiger Schritt für eine gleichberechtigtere Elternverantwortung. Das Familienministerium ist zudem angehalten, gemeinsam mit den Ländern die Erziehungs-, sowie Trennungs- und Konfliktberatung zu verbessern und dabei insbesondere das Wechselmodell in den Mittelpunkt zu stellen. Somit wird das BMFSFJ das Wechselmodell nicht länger als Betreuungsmodell zweiter Klasse behandeln, sondern muss es in den Fokus weiterer Bemühungen stellen.

Ein konkreter Zeitplan zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag verankerten Vorhaben steht mir aktuell noch nicht zur Verfügung. Sie können sich diesbezüglich und zu weiteren Einzelheiten auch gerne an das BMJ wenden.

Seien Sie versichert, dass ich mich innerhalb der Koalition auch weiterhin für die dringende Modernisierung des Familienrechts einsetzen werde. …“

Der Kommentar von Heiderose Manthey 

Ob nun das Wechselmodell mit der neuen Regierung durchgesetzt werden kann oder nicht, das werden wir in den nächsten Jahren erleben.

Eines muss jedoch klar sein: Kinder dürfen weder in Beziehungen noch außerhalb der partnerschaftlichen Beziehungen von ihren leiblichen Eltern getrennt werden, nur weil einer der Partner das so will. Schließlich haben beide Partner dem Kind zugestimmt und sie sind auch dafür ihr Leben lang verantwortlich und das Kind hat das Recht auf BEIDE Eltern !

Völlig unabhängig von der Einführung eines Modells muss sichergestellt werden, dass Kinder und ihre Eltern nach Trennung und Scheidung nicht durch einen von Staats wegen gemachten Bindungsabriss traumatisiert, misshandelt oder gar lebenslang gefoltert werden, weil sie einen Elternteil oder ihre ganze Familie vermissen !

Für eine konfliktfreie Lösung weisen Brasilien und China andere Wege auf:

Interview über das Familienstellen in der brasilianischen Justiz !

Zum Interview auf Facebook

Brasilien: Ausbildung für Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Mediatoren in Familienstellen – Aufstellungen im Rechtswesen bei Sorgerechtsstreit u.a. – Sophie Hellinger: „Da wird das Kind geschützt !“

Mit uns in die Zukunft.