Die Schein-Brot-Stein-Haus-Christin

Aus unserer Reihe „Gesponnen oder wahr ?“

 

Keltern-Weiler. Wer kennt sie nicht, die Gläubigen, die angeblich Gläubigen, die im Brustton der Überzeugung gerne Türen einrennen oder einrennen würden, wenn sie könnten ? Besonders die von ihren Nachbarn, den UN-Christen.

Ihr Ziel: Die UN-Christlichen bekehren.  Aber wohin ? Wozu ? Und überhaupt WESHALB ?

Wie lebt denn so ein UN-Christ, dass er bekehrt werden müsste ?

Nun, er erlaubt sich sonntags nicht in die Kirche zu gehen, weder in die am Ort noch in die zwei oder drei Orte weiter, eine ‚freiere‘ Kirche, in der es eben anders ist als in den anderen. So richtig zu unterscheiden weiß aber der UN-Christ nicht die eine von der anderen. Hm, ihm ist es egal, ob zur Orgel, zur Querflöte oder zur Gitarre gesungen oder gesprochen wird. Schlichtweg egal. Egal auch die Wahl der Lieder, ob alt oder neu. Einfach egal.

Und Geld, nun ja, das mag er auch nicht einwerfen, der UN-Christ. Weder in ein Körbchen, noch in ein Säckel oder in eine Topf-Stele, einer Urne gleich, die am Ein- bzw. Ausgang zu stehen kommt.

Und dann: Die Leute. Sie gehen in ein Kirchen-Gebäude, setzen sich irgend wohin, stehen auf, setzen sich, stehen auf, hören zu, sagen was, singen. In manchen Kirchen knien sie, in manchen wird geschwiegen, getanzt, gelacht, Musik gemacht. Der UN-Christ beäugt dies und hört auch zu.

Es ist leicht möglich, dass der UN-Christ Plakate zu sozialen Brennpunktthemen aufhängt, dass er Christen und auch UN-Christen damit trifft, wenn diese selbst involviert sind. Ja, das ist leicht möglich. Also nicht auszuschließen.

Aber deswegen rennt der UN-Christ nicht in Nachbars Türen und bekehrt. Nein, das tut er nicht. Er zeigt auf.

Fragen tut er sich allerdings schon, der UN-Christ, ob der Christ von Nebenan nicht eher am Geld hängt als am Christsein. Ein Schein-Christ sozusagen.

Ein Leben lang hat sich dieser Nachbar-Christ mit Finanzen rumgeplagt, hat anderen Geldgeschäfte aufgeschwatzt, hat geklingelt und gefragt, ob nicht einer mal wieder einen kleinen ‚Vertrag‘ brauche. Der Christ hat von seinen Brüdern Zins und Zinseszins genommen, auch Agio und Disagio. Nun seien wir mal nicht so ketzerisch. Letztendlich diente es ihm als Brot-Erhalt. Und er hat wirklich viel Brot erhalten. Stein-Brot allerdings. Also sozusagen eher Stein als Brot. Steine, auf die man bauen kann, sozusagen. Oder noch besser Haus-Brot oder Häuser-Brot hat er sich angeschafft im Leben.

Einer bald Sterbenden, einer verzweifelten kraftlosen Mieterin, sagte die Christin, sie müsse unterschreiben, dass sie die Tür der Mietswohnung nach dem Tod der Mieterin aufmachen dürfe, um die Geschäfte nach deren Tod weiterbetreiben zu können. Einer Sterbenden sagte dies die Christin. Die Schein-Brot-Stein-Haus-Christin.

Der UN-Christ hörte dies mit Schrecken.

Ja, der Christ. Oder besser oder eher doch die Christin ? Die Christin, die unablässig zum Bauern ging und ihn so lange beschwatzte, bis er seinen Garten verkaufte. Er konnte die Christin nicht anders wieder los bekommen, denn sie war ja missionarisch unterwegs. Sie ging ihm auf den Senkel, die Christin. Bald stand auf dem früheren Bauern-Garten ein Haus. Ein sogenanntes Stein-Brot-Haus. ‚Hart‘ erworben von der Christin. Viele Worte. Immer wieder Besuche. Viele Besuche, viele Worte. Im Namen Gottes und im Namen ihrer eigenen Verwandten.

Der UN-Christ hörte dies mit Schrecken.

Heute würde man sagen Mobbing oder noch besser: STALKING ! Also nicht, weil sie den Bauern liebte, sondern teuflisch ihren Plan verfolgte. Missionarisch teuflisch eben.

Sie sägte sogar ein Stück des Hühnerhäuschens ab, das nun auf dem von ihr ‚erworbenen‘ – vielleicht besser ausgedrückt ‚ERRUNGENGEN‘ – Gelände stand. Eiskalt.

Als der Mann der Christin dann mal ‚musste‘, während er Gartenarbeiten verrichtete, pinkelte er an das stehen-gebliebene Hühnerhäuschen. Allerdings nicht auf seinem Grundstück, denn der Teil war ja weg, sondern auf das Grundstück seines UN-Christen.

Der UN-Christ sah dies und erschrak. 

Und nochmal die Christin. Die, die sich bei ihren Nachbarn einmischte, als die Ehe auseinander ging. Sie stellte sich auf die Seite dessen, der seine Frau verleumdete und so lange gequält hatte, bis sie nicht mehr konnte. Er raubte der Mutter die Kinder und die Christin klingelte an der Tür und wollte – ‚bewandert‘ durch ‚Psychologische Vorträge aus einer Kirche‘ – sie hatte viele Vorträge auf Kassetten gehört – diese der Frau anbieten und sie ‚bekehren‘. Ihr Mann sei ja so gut, sagte sie, sie hätte mit ihm gesprochen.

Der UN-Christ hörte dies mit Schrecken.

Die Christin war auf die Seite des Kinderräubers gesprungen und hatte somit der Mutter ein erneutes Grab am Wohnort aufgemacht. Ein christliches Grab geschaufelt. Man muss doch helfen !
Diese zweifelsfrei missionarische Tätigkeit der Christin war der Beginn der Spießruten-Folter der ihrer Kinder beraubten Mutter durch die Christen vor Ort.

Der UN-Christ hörte dies mit Schrecken.

Die Christin, sie hört nicht auf ihre Finger in die Angelegenheiten der anderen zu stecken. Sie machte mit. Verbissen verteidigt sie bis heute ihre hochneurotischen Glaubensbrüder gegen den UN-Christen, der Plakate aufhängt und auf Missstände hinweist. Offenlegt.

Das sei unanständig und eine private Angelegenheit. „Halt doch endlich dein Maul!“, signalisiert die Christin und meint, wenn der UN-Christ nur schweigen würde, dann wäre das gottgefällig.

„Nein!“, sagt da der UN-Christ, „das ist nicht gottgefällig, das ist DIR-gefällig, schein-heilige Brot-Stein-Haus-Christin!

Ich weiß, wie du und dein Partnerchrist Menschen ausgeraubt habt. Mit Zins und Zinseszins, Agio und Disagio. Ihr habt dem Mammon gefrönt und dient einem Gott, den Ihr Euch selbst in Euren Kopf gesetzt habt. Eurem EGO-Gott.

Schein-Heilige Christen seid Ihr. Egozentrische, schein-heilige Christen. Ihr singt Gott und meint Geld. Frevler !

Wer eine andere Meinung hat als Ihr, ist ein UN-Christ und muss von Euch ‚bekehrt‘ werden. Hartherzig, verbohrt und gotteslästernd, so seid Ihr allesamt.“, sagt der UN-Christ und geht seines Wegs.

 

Change it ! ... or let it be. Aber lass mich in Ruhe ! Dein UN-Christ.

„Change it ! Or let it be … ! Aber lasst mich in Ruhe !“ Der UN-Christ.