Das Dorf ist die Schule

Keine faulen Argumente für die Zementierung eines zentralen Schulstandorts für Grundschulkinder

Kommissarisch eingesetzte Schulleiterin Renate L.: „Wir wollen keinen Pressebericht !“

2015-01-21

ARCHE-Foto Keltern-Weiler Straubenhardt-Ottenhausen Grundschule im Dorf_16

Ortsbildprägendes dreigeschossiges Gebäude. Von unten: Kindergarten. Grundschule Ottenhausen. Hausmeisterwohnung. Derzeit soll nach Aussagen einer Großmutter sogar eine Kindergartengruppe in den Kellerräumen untergebracht sein.

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Straubenhardt-Ottenhausen. Unübersehbar ist der Wunsch der Ottenhäusener Bevölkerung, fährt man durch das beschauliche Dorf, einem der kleinsten Ortsteile der Großgemeinde Straubenhardt am Rande des Nordschwarzwaldes. Die freiwillige Beitrittsvereinbarung zum 1. Januar 1974 der Ottenhäusener zur Gemeinde Straubenhardt hat nach der Gemeindereform in Baden-Württemberg für Ottenhausen ebenso wie für die Nachbargemeinde Weiler (eingeliedert in die Großgemeinde Keltern) bei weitem nicht nur Vorteile gebracht.

Ständige Bedrohung für die Dorfschulen nach Gemeinde“reform“ der 70er

Im Gegenteil: Die innerörtlichen Schulbetriebe gerade der kleineren Teilorte nach dem Zentralisierungswahn der 70er Jahre sind immer wieder von Wegrationalisierungsmotiven  der Dorfschulgegner bedroht gewesen. Die kommunalpolitischen Zusammenschlüsse und „demokratischen“ Zwangsheiraten haben dann auch zum Schließen der Grundschulen in Ottenhausen, Weiler und in anderen bislang unabhängigen und autark verwalteten Orten geführt. Die Dorfschulgegner schoben Bildungsvorteile vor und zitierten Einsparungen durch das Zerstören der kontemplativen Lerneinrichtungen herbei.

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Ottenhausen erkämpfte die Wiedereröffnung

Vor knapp 30 Jahren gingen die Ottenhäusener für die Wiedereröffnung ihrer Dorfschule auf die Barrikaden. Und wie sie kämpften ! Geschlossen bildete sich eine Front der Bewohner hinter den Vorkämpfern, die dann auch die Wiedereröffnung der Schule durchsetzten, leider nicht so in Weiler, das mit seiner Bürgerinitiative einige Jahre später Furore machte und nicht zum Sieg kam. Für die damals gezählten 90 Weiler Grundschulkinder erhielt die als Zentralschule erklärte Einrichtung in Ellmendingen nochmals einen Schulbau. Die Kinder aus den Dörfern Dietenhausen, Niebelsbach und Weiler wurden aus ihrem Heimatort herausgerissen und per Bus zum Unterricht angefahren.

Gesellschaftspolitische Werte: Hineinwachsen und sich Verwurzeln im Heimatort

Aber Ottenhausen ist nicht einfach ein Ort wie jeder andere. Nein, hier wird nicht geschlafen, hier wird Politik gemacht, Politik zum Wohle der Kinder, zum Wohle des Nachwuchses der Bevölkerung. Hineinwachsen und sich Verwurzeln im Heimatort sind gesellschaftspolitische Werte und Größen, die es zu wahren gilt. Dagegen kann kein kommunalpolitischer Gegner an !

Wäre Ottenhausen selbständig geblieben, wäre die Schule am Ort neben Kirche und Vereinen schlechthin der Kommunikationsmittelpunkt gewesen und ihr Erhalt nie in Frage gestellt worden.

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Die angesprochene Bevölkerung von Ottenhausen steht nach der heutigen Befragung durch ARCHEVIVA fest hinter dem Erhalt ihrer Dorfschule, die gemeinsam mit dem Kindergarten im historisch geprägten Gebäude in der Albert-Schweitzer-Straße im Ortsetter von Ottenhausen untergebracht ist. Die unterschiedlichen Argumente greifen weit und tief.

Welches ist aber die Position der kommissarisch eingesetzten Schulleiterin Frau Renate L. ?

Bei Anfrage für Fotogenehmigung auf dem Kindergartengelände – von der Leiterin des Kindergartens zur weiteren Abklärung zur Schulleitung durch das Gebäude geführt – wurde die Redakteurin von ARCHEVIVA von der erscheinenden Schulleiterin gleich bei der Begrüßung derb angeheischt mit den Worten, wie die Journalistin überhaupt in das Schulgebäude gelangt sei, der Eingang wäre geschlossen gewesen.

Die Frage erstaunte deswegen, zumal die Kindergartenleiterin eigens für diese Anfrage in den zweiten Stock hochlief, am Lehrerzimmer anklopfte und der Schulleitung das Interesse der freien Journalistin vorgetragen haben sollte.

Keinen Presseartikel, der die Meinung der Bevölkerung widerspiegelt und sich für den Erhalt der Schule einsetzt ?

„Wir wollen keine Presseartikel !“, raunzte die aufgebrachte Schulleiterin. Es sei genug geschrieben worden.

Wen die verhärtet wirkende Dame mit „WIR“ meinte, bleibt derzeit unklar. Für die befragte Bevölkerung von Ottenhausen spricht sie freilich nicht, also auch nicht für ihre Schüler. Eventuell meint sie mit „WIR“ die zentrale Staatsschule, ihre Kollegen oder gar sich selbst ?

Nun, der Inhalt dieser Aussage wird momentan nicht aufzudröseln sein. Eher dann doch eine ihrer früheren Aussagen eine ehemalige sehr kompetente Lehrkraft betreffend, deren Inhalt ARCHEVIVA zugetragen wurde. Bei Kollegen habe sie nämlich behauptet diese Lehrkraft wäre nicht in der Lage gewesen zu unterrichten, weil sie kein Standvermögen vor den Schülern gehabt habe. Unter all diesen Aspekten stellt sich für das Online-Magazin nun die Frage:

F’ür wen spricht die kommissarisch eingesetzte Schulleiterin und wie steht es mit ihrem eigenen Standvermögen ?

Ob die provisorisch agierende Schulleiterin Standvermögen in der Sache hat, wird sich weisen. Dass sie der Presse diesen Bericht am liebsten verboten hätte und ihr sagen wollte, was diese zu tun habe, hat jedenfalls das Maß ihrer Schulleiter-Kompetenz bei weitem überschritten.

Und ob die Ottenhäusener mit dieser Schulleiterin einen schulpolitischen ‚Kuckuck‘ förmlich ins Nest gesetzt bekommen hatten, bleibt einfach abzuwarten,

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Glück auf beim Zerschmettern aller kopfgesteuerten Vernichtungs-Argumente

Den kämpfenden Bewohnern von Ottenhausen wünscht ARCHEVIVA jedenfalls eisernes Durchhaltevermögen und das Zerschmettern aller kopfgesteuerten Vernichtungs-Argumente, die gegen eine Dorfschule sprächen.

Das Dorf ist die Schule !

Und wenn alle Stricke reißen und sich die Schul-Zentralisten-Befürworter durchsetzen sollten, dann wäre ganz schnell die Frage zu diskutieren, ob Ottenhausen nicht eine Privatschule für seine Kinder eröffnen solle !

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