Bindungserhalt nach Trennung und Scheidung

Sonderedition 3 von PAPA-YA im Anmarsch

Interview mit Jörg Mathieu, Herausgeber von PAPA-YA, dem Fachmagazin für kindgerechte Familienpolitik

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Bindungserhalt nach Trennung und Scheidung / Erhalt und Aufbau der Eltern-Kind-Beziehung
Mit Beiträgen von clin. Psych. Authority by DPA Niels Peter Rygard, Dipl. Biol. Dagmar Neubronner, Familienrichter a.D. Hans-Christian Prestien, Dr. Phil Dipl. Päd. Ellen Lang-Langer, Dipl. Päd. Birgit Kaufhold, Dipl. Psych. Katharina Grünewald, Mag. rer. nat. Theresia Herbst, Patric Illigen

 

TV-Orange: „Nach den ersten beiden Sondereditionen von PAPA-YA machten Sie sich mit der dritten Special an die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, also an den Kitt, der das Fenster mit dem Mauerwerk erst verbindet. Kinder, die ohne Bindung aufwachsen, straucheln oft in ihrem Leben, weil eben das Seelenhaus, in dem sie wohnen, nicht richtig gebaut werden konnte. Wichtige Verbindungselemente fehlen, damit die Fenster – die Sicht der Kinder auf die Welt und ihr eigener Schutz- eben nicht aus dem Rahmen fallen und somit der Schutz des Innersten nicht mehr gewährleistet wäre.

Folgerichtig zu den ersten beiden Kompendien „Die induzierte Eltern-Kind-Entfremdung – The Parental-Alienation-Syndrom“ und „Belastungsstörung bei Trennung und Scheidung“ ist nun das neueste Werk „Bindungserhalt nach Trennung und Scheidung“ mit namhaften Autoren auf dem Markt erschienen. Mit diesem Titel sind wir nun inmitten der Herzensangelegenheiten angelangt, die Kinder mit ihren Eltern und schließlich mit sich selbst verbinden. Mit welchen Gefühlen gingen Sie an dieses Heft und welche Ziele verfolgen Sie damit ?“

Jörg Mathieu:  „Für uns war das Thema ‚Bindungserhalt‘ die einzig logische Fortsetzung der Reihe. Somit ergänzen sich diese drei Ausgabe, ohne das Wesentliche aus dem Blick zu verlieren. Für uns stellte sich in der Vorbereitung zur dritten Sonderausgabe die Frage, wie wir die ersten beiden Themen – PAS und Belastungsstörung – am besten gar nicht erst entstehen lassen. Wir kann es also gelingen, dass es gar nicht erst zu solchen Extremsituationen kommt? Wir müssen den Hebel somit früher ansetzen. Solange die Bindung noch intakt und gesund ist, sollte es allgemeines Anliegen sein, diese zu erhalten und zu stärken. Trennungen und Scheidungen lassen sich nicht verhindern, Bindungsabbruch jedoch schon. Wie das am ehesten funktionieren kann, wollten wir aufzeigen. Unsere „Gefühle“ waren dabei weniger Motor als die Logik. Unsere Ziele sind unabhängig von Thema und Ausgabe immer die gleichen: Wie können wir die beste Situation für Kinder gestalten ? Um diese geht es uns ja in erster Linie.
Um in Ihrer Metapher zu bleiben: Wir wollen das Wasser hinzufügen, ohne den der Fensterkitt gar nicht erst am Fenster hält.“

TV-Orange:  „Dieser Ansatz hat ein hehres Ziel. Das Wasser, das hinzugefügt werden muss, zu erkennen ist eines, woher es nehmen und wohin es bringen ist ein weiteres. Denken Sie denn bei der Verteilung der Inhalte ihres Magazins als Ansprechpartner auch an Kindergärten, Schulen und Soziale Einrichtungen, die mit Kindern zu tun haben oder darüber hinaus gar an Länder, Städte und Kommunen ? Die Erziehung der Kinder in staatlichen Institutionen hat ja in den letzten Jahren vermehrt Gegner (Freilerner-Bewegung) bekommen, die zu Recht die Einseitigkeit der Entwicklung der Kinder und deren Manipulation gerade in staatlichen Sanktionskartellen monieren.“

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Der Herausgeber von PAPA-YA, Jörg Mathieu, wartet nun mit der dritten Sonderausgabe auf. Das Thema ‚Beziehungen‘ ist allgegenwärtig, oft unbewusst und wartet förmlich darauf in den Mittelpunkt der Gesellschaft gestellt zu werden. Mathieu wagt es.
Foto: Manthey Heiderose

Jörg Mathieu: „Wir denken nicht nur an Stellen und Einrichtungen, die mit Kindern zu tun haben, wir beliefern sie auch. Das Magazin wird zunehmend von den von Ihnen angesprochenen Institutionen und Personen angefordert, was wir sehr begrüßen. Für uns spielt es dabei keine Rolle, wer sich dem unbeschwerten Aufwachsen der Kinder annimmt, ob die eigene Familie oder eine öffentliche oder private Einrichtung. Die Inhalte des Magazins gehen alle an. Dort,  wo mit Kindern gelebt und mit Eltern gearbeitet wird, dort wollen wir ankommen. Ihre Kritik teilen wir nur bedingt, und so pauschal können wir das auch nicht bestätigen.“

TV-Orange: „Konnten Sie aufgrund der Präsenz von PAPA-YA bereits Bewusstseinsveränderungen innerhalb der Gesellschaft feststellen ? Kommen Professionen auf Sie zu, die sich genau mit diesen Themen beschäftigen ?“

Jörg Mathieu: „Ja, unbedingt. In den fast fünf Jahren, die es PAPA-YA nun bereits gibt, hat sich einiges geändert. Nicht nur gesellschaftlich, sondern auch familienpolitisch und auch im Familienrecht. Unsere Bestückungsaktionen an Jugendämter und Gericht hat sicherlich ihren Anteil daran, dass es dort zu einem Umdenken gekommen ist. Auch wenn das noch nicht als flächendeckende Trendwende zu erkennen ist, nehmen wir jedoch bereits Beschlüsse war, die es so vor fünf Jahren sicherlich nicht gegeben hätte. So z.B. die ‚mangelnde Kooperationsbereitschaft‘ als Begründung für den Sorgerechtsentzug. Solche Unsinnigkeiten finden immer weniger den Weg in die Urteilsbegründung, und das ist auch gut so. Auch wenn sich Professionen eher mit Resonanz zurück halten, nehmen wir dennoch wahr, dass man uns als Leser dennoch treu bleibt. Das zeigt uns, dass wir beachtet, gelesen und anerkannt werden. Ein weiteres positives Zeichen ist für uns, dass es immer einfacher wird Gastautoren und Interviewpartner in den Reihen der Professionen zu finden.“

TV-Orange: „Wird es eine Sonderedition 4 geben und würden Sie uns schon verraten, mit welchen Inhalten sich dieses Sonderheft beschäftigen wird ?“

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PAPA-YA besuchte mit seinem Redaktions-Team den Vernetzungskongress in Karlsruhe. Auf dem Foto neben Herausgeber von PAPA-YA, Jörg Mathieu, Annette Gieseking (Rechtsanwältin), Dipl. Päd. Birgit Kaufhold (Pro-Kind-Haus) und Anja Paulmann (Psychotherapeutische Heilpraktikerin mit Schwerpunkt auf Ehe-, Trennungs-, Sorgerechtshilfe, Eltern-Kind-Entfremdung).
Foto: Manthey Heiderose

Jörg Mathieu: „Die Reihe der SONDERAUSGABEN wird auf jeden Fall fortgesetzt und wir sind bemüht alle sechs Monate eine neue Edition herauszubringen. Zur Zeit läuft über Facebook gerade eine Leser-Umfrage zum Thema der Sonderedtion 4. Dort zeichnet sich bereits das Thema ‚Jugendamt‘ ab. Diese Ausgabe wird eine echte Herausforderung für uns werden. Wir wollen auf keinen Fall eine Ausgabe die das Amt nur angreift oder die negative Grundstimmung gegen die Behörde einseitig untermauert. Ebenso wenig soll es eine Werbeplattform für die ‚tolle Arbeit‘ der deutschen Jugendämter werden, wie das z.B. in der aktuellen Ausgabe von ‚Frühe Kindheit‘ der Fall ist.

Wir wollen uns mit dem Thema sehr kritisch auseinander setzen und versuchen die nächste SONDERAUSGABE, welche im März 2014 erscheinen wird, mit dem Jugendamt zusammen auf die Beine zu stellen. Die Ausgabe soll Brücken bauen und Missverständnisse zwischen Mitarbeitern und Betroffenen aufklären. Gelingt es uns nicht das Jugendamt mit an Bord zu bekommen, werden wir das Thema wohl fallen lassen.“

TV-Orange: „Ein Zurückweichen vor diesem Thema würden wir von unserer Seite gerade bei dem Thema Jugendamt sehr bedauern.
Herzlichen Dank, lieber Herr Mathieu, für dieses kurze Interview zum Erscheinen der Sonderedition 3. Wir suchten Sie, damit sich unsere Leser ein Bild über den Macher von PAPA-YA und über das Zustandekommen des Magazins machen können.“

Jörg Mathieu: „Ich danke Ihnen für die Möglichkeit einige Worte über unsere Arbeit und Pläne an Ihre Leserschaft, an Interessierte und Betroffene mitteilen zu können.“

Peter und Heiderose Manthey
Leiter der ARCHE Weiler

 

Zur Sonderedition 1 und 2

Der Artikel „Verlorene Kinder und entsorgte Eltern – das gigantische Drama unseres Zerfalls“ steht leider auf TV-Orange nicht mehr zur Verfügung.

Der Artikel „Psychosoziale Folgeschäden – Belastungsstörungen nach Trennung und Scheidung“ steht leider auf TV-Orange nicht mehr zur Verfügung.