Die Rolle des Jugendamtes bei der Zerstörung eines Kindes

„Frau Roth, wo ist Agnes ?“

(zögernd und in sich gekehrt) „Ja. Agnes ist tot.“

2015-05-20

ARCHE Weiler Bruchsal Kerstin Roth Wo ist Agnes_01

Kerstin Roth zeigt mir ein Foto von Agnes. Sie hat alles auf dem Computer gespeichert, was sie noch von Agnes hat. Die letzten Bilder von ihrem Leben und von ihrem Tod.

Bruchsal. Keltern-Weiler. Heiderose Manthey interviewte Kerstin Roth im Januar 2014. Die Thematik ist aktuell wie nie zuvor. Jetzt im Monat Mai hat der Sohn von Frau Roth Geburtstag. Auf diesen Tag ist der Todestag ihrer Tochter Agnes gefallen. Trennen kann die Mutter diese beiden Ereignisse nicht. Der Geburtstag des Sohnes ist jedes Jahr überschattet von einem Geschehen, das die Familie nicht nur in ihren Grundfesten erschütterte, sondern massivst in die Familie eingriff und diese zerstörte und sogar den Tod eines Familienmitgliedes forderte.

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Die Frau neben mir bricht ein Stück von ihrem Kuchen ab und schaut mich kurz an. Neben mir steht auch ein Teller mit einem selbstgebackenen veganen Nusskuchen. Aus zwei Tassen dampft der warme Tee.

Wie alt war Agnes als sie starb ?

Ein Foto von Agnes. So hat man sie gefunden. "Es war Mord!", sagt die Mutter.

Ein Foto von Agnes. So hat man sie gefunden. „Es war Mord!“, sagt die Mutter.

20 Jahre alt. Agnes wurde ermordet am Geburtstag ihres Bruders, am 24. Mai 2005. Sie wurde ermordet in ihrer Wohnung, R.str. 9 in K.-K.. Über die Gerüchteküche habe ich davon erfahren. Das war sehr kompliziert und zwar wurde meine Mutter von der Polizei benachrichtigt, dass ihr Enkelkind tot ist. Meine Mutter wohnt in St.-F.. Mein Ex-Mann, der in B.-B. wohnt, wurde ebenfalls von der Polizei benachrichtigt. Nur wir – das sind mein Mann, der Agnes 1998 adoptiert hatte, und ich – wir wurden nicht informiert.

Meine Mutter hat bei der Jugendamtsmitarbeiterin Frau Krüger in Berlin – Lichtenberg angerufen und hysterisch ins Telefon gebrüllt, wie ich später erfuhr, ihre Enkeltochter hätte sich umgebracht und ich sollte nicht in die Region Karlsruhe zurückkommen, ich würde von der Bevölkerung gelyncht werden. Nur Frau Krüger war an diesem Tag nicht da, sondern ihre Kollegin. Die Patin von unserem Sohn wurde angerufen, weil auf diese Telefonnummer zugegriffen werden konnte. Die Patin rief mich dann an und sagte, sie möchte mit meinem Mann sprechen.

Ich lebte damals, also seit Dezember 2003, bereits wieder in Baden-Württemberg im Landkreis Bruchsal, also 25 km von Karlsruhe entfernt.

„Das stimmt nicht, das stimmt nicht und wenn es stimmt, dann ist es Mord.“

Im Gespräch mit Kerstin Roth ist eine Mutter, deren Kind ins Heim gebracht wurde.

Im Gespräch mit Kerstin Roth ist eine Mutter, deren Kind ins Heim gebracht wurde.

Ich hatte ein schlechtes Gefühl bei diesem Anruf. „Ist was passiert ?“, fragte ich. Mein Mann hatte lange mit ihr telefoniert. Er kam nach dem Telefonat leichenblass vom Balkon zurück. „Ich muss dir was sagen: Agnes ist tot.“ – „Das stimmt nicht, das stimmt nicht und wenn es stimmt, dann ist es Mord.“

„Mama, ich bin ein weißer Neger.“

Unser 12jähriger Sohn kam gerade in dem Moment zur Tür rein. Er hatte das gehört. Er ließ sich auf einen Sessel plumpsen, fasste sich mit der Hand auf die Brust und fragte: „Mama und wie alt sollte ich werden ?“

Später äußerte er: „Mama, ich bin ein weißer Neger.“ Damit meinte er, er erlitte das gleiche Schicksal wie die Sklaven, weil er auch in die Fänge des Jugendamtes geraten war.

Hochbegabten-Mobbing – Hochleister- oder Asperger Autismus

Der Grund war der gleiche wie bei Agnes: Mobbing an der Schule. Einmal rettete er sich auf einen Baum im Schulhof, ein anderes mal versteckte er sich unter dem Waschbecken, weil die Kinder im Klassenzimmer auf ihn einstürmten und eindrangen, auch die Lehrer taten dies. Erst viel später stellte sich heraus, dass Paul (Name geändert) hochbegabt ist und den sogenannten Hochleister- oder Asperger-Autismus hat.

Das Jugendamt Bruchsal hatte trotz Gutachten von Dipl. Psych. Nadine Zimet vom MZB (Münsteraner Zentrum für Begabungsförderung und Forschung) die Hochbegabung immer wieder vehement verneint. Laut Jugendamt sollte Paul in der Federbachschule – Schule für Lernbehinderte – eingeschult werden oder ihn auch nach Stutensee für Schwer-Erziehbare stecken. Weil ich dies zu verhindern wusste, machte ich mich beim Jugendamt unbeliebt.

Als ich einigermaßen wieder zu mir gekommen war nach der Todesnachricht meiner Tochter, rief ich als nächstes im Rathaus West an. Die Sachbearbeiterin sagte, es sei niemand beerdigt worden mit dem Namen meiner Tochter. Ich dachte schon die Todesnachricht wäre mal wieder so eine perverse Gemeinheit von meiner Mutter. Dann rief ich meinen Bruder an und er sagte, es gehe das Gerücht um, dass Agnes tot sei. Meine Mutter liefe schon in schwarzen Kleidern herum. Ich rief nochmal im Rathaus an und erfuhr dann, dass Agnes auf einem Außenfriedhof beerdigt ist und zwar in Neureut.

Ich hatte das Gefühl, wie wenn ein glühendes Eisen durch meinen Körper gesteckt wurde. Ein einziger Stromschlag. Und sofort kam die Angst um unseren Sohn.

Hochbegabte Kinder. Gequät durch unwissende Angestellte.

Hochbegabte Kinder. Gequät durch unwissende Angestellte.

Bei diesem Telefonat war ich alleine. Die höllischen Schmerzen haben bis heute nie aufgehört. Von diesem Tag an leide ich an einer Hepatitis, eine Autoimmunkrankheit, die regelmäßig am Todestag ausbricht und an ihrem Geburtstag im September leicht auftritt. In der Zwischenzeit habe ich Leberzirrhose und einen Hirntumor. Am 18. Dezember 2012 lag ich in einem sehr kritischen Zustand der Uniklinik in Heidelberg auf der Intensivstation. Sie kämpften um mein Leben, ein akutes Leberversagen. Ich hatte ein Nahtoderlebnis.

 

Das veränderte mein Leben. Ich habe keine Angst mehr vor dem Tod.

Mein Bruder fuhr nach der Todesnachricht von Agnes von sich aus auf den Friedhof in Neureut und schrieb dort die Namen von den Schleifen an den Kränzen ab. So erfuhr ich, dass Agnes mit einem Mitbewohner in einer Wohnung zusammen gelebt hatte. Mein Bruder teilte mir dann mit, dass meine Mutter die Beerdigung eingeleitet hatte, ohne mich und meinen Mann zu benachrichtigen. Sie richtete die Beerdigung aus und hinterließ über Plastikblumenbepflanzung und durch ein Foto, das meine unverheiratete Tochter in einem Hochzeitskleid zeigte, die Geschmacklosigkeit – dem letzten Andenken meiner Tochter gegenüber – in die Öffentlichkeit dringen. Agnes liebte die Natur und Tiere. So etwas hätte Agnes nie gewollt. Nie.

Mein Kind sah ich im Alter von 14 ½ Jahren zum letzten Mal. Und dann sah ich im Juni 2005 ein Bild an einem Holzkreuz, das meinte Tochter zeigte – im Hochzeitskleid, was meine Mutter für mich gekauft hatte, ohne dass es mein Geschmack gewesen wäre und ohne dass ich damals daran gedacht hätte, heiraten zu wollen. Und dieses Kleid trug auf dem Bild meine unverheiratete tote Tochter.

Wie kann man das verkraften ?

Frau Roth schließt die Augen, schüttelt wortlos den Kopf. Tränen laufen die Wangen herab. Sie wendet sich leicht ab und sagt:

„Die haben mich als Mutter an das Kreuz genagelt.“

Agnes und ihr Bruder. Damals war die Familie noch beisammen. Die Geschwister spielten.

Agnes und ihr Bruder. Damals war die Familie noch beisammen. Die Geschwister spielten.

In der ersten Zeit nach Agnes Tod war ich immer im Gestern, ich sah sie immer als 14jährige, so wie sie in meinem Herzen lebt, Blödsinn machend, musikalisch voll drauf, schwarzhumorig, sehr intelligent, sprach fließend English mit 12 Jahren … ein feuriger Sonnenenergieball mit Pfeffer im Hintern. Sie hatte – wie auch ihr Arzt einmal ausspach – ihren eigenen Drive. Sie wusste, was sie im Leben wollte.

Nach der Todesnachricht bin ich nachts wach geblieben und wollte nicht mehr schlafen, weil ich das Klingeln an der Haustür nicht verpassen wollte.

Ich habe immer gedacht, sie kommt zurück.

Langes Schweigen, die Frau starrt in die Tasse, die sie fest mit der Hand umschlossen hat.

Ich hatte alle Pathologien angerufen. In Karlsruhe und in Heidelberg. Überall hieß es, nein, wir haben eine junge Frau zu diesem Termin nicht auf dem Pathologentisch gehabt.

Die Oberstaatsanwaltschaft sagte mir, es wird alles getan, was getan werden muss. Aber es wurde nicht ermittelt.

Meine Tochter hatte ein Selbstbewusstsein bis zum Erbrechen, sagte ich ihm, warum sollte sie sich umbringen ? Das macht keinen Sinn. Sie hätte ja auch ein Erbe mit 21 Jahren antreten sollen. Aber kurz vorher verstarb sie.

Wo kam ihre Tochter hin im Alter von 14 ½ Jahren ?

Sie kam ins Luise-Scheppler-Heim nach Heidelberg. Das Jugendamt Bruchsal, namentlich Herr Jürgen Schwarz, hat sie dorthin gebracht. Meine Mutter hatte im Hintergrund gegen mich agiert und hat Agnes in einen Loyalitätskonflikt gebracht. Sie passte sie vor den Schulen und in ihrer Freizeit ab, köderte sie mit Geld, erzählte meiner Tochter ich sei schizophren. Diese Frau agierte hinter meinem Rücken, solange sie lebt und dazu brauchte sie Agnes. Nach dem Tod ihres Mannes war sie alleine. Sie benutzte Agnes für ihre eigenen Zwecke. Ich wollte von meiner Mutter wegen der Gewalttätigkeiten, die sie und ihr Mann mir gegenüber als Kind und Jugendliche ausübten, solange ich in ihrem Haushalt lebte, nichts mehr wissen, und zwar verprügelten sie mich mit der Eisenstange aus dem Kleiderschrank, mit dem Teppichklopfer und mit dem Kochlöffel gingen sie auf mich los. Meine Mutter wollte sogar, dass ich abtreiben lassen sollte, als ich mit Agnes schwanger war.

Ich hatte keine Chance gehabt, ich war zu jung !

Agnes. Ein hübsches Mädchen. Eine hübsche junge Frau !

Agnes. Ein hübsches Mädchen. Eine hübsche junge Frau ! Hochintelligent.

Agnes war hochintelligent, wurde in der Schule gemobbt und auch ein Schulwechsel half nichts. Wir brachten sie dann in ein Internat für Hochbegabte in Schottland, in die Cademuire International School. Die Summerschool war toll, sie war begeistert. Dort fand sie Freunde und war glücklich.

Im Dezember 1998 stimmte das Jugendamt der Adoption durch meinen zweiten Mann, Peter, zu. Mein Ex-Mann hatte freiwillig Agnes zur Adoption freigegeben, da er sich nicht kümmern wollte und auch keinen Unterhalt bezahlt hat.

Es liegt in der Zwischenzeit eine eidesstattliche Versicherung vor, in der meine Tochter genau beschreibt, wie meine Mutter sie missbrauchte und dass zwischen dem Jugendamt und ihrer Großmutter engste Kontakte bestanden.

Das Jugendamt müsse laut Dipl. Psych. Nadine Zimet für die Kosten der Auslandsunterbringung meiner Tochter aufkommen, der Grund war Mobbing aufgrund von Hochintelligenz (IQ-Test). Dass meine Mutter Agnes zu diesem Zeitpunkt des Schulmobbings bereits an den Schulen abgepasst hatte und sie seelisch missbraucht hat durch Schlechtreden meiner Person, wusste ich nicht. Es liegt in der Zwischenzeit eine eidesstattliche Versicherung vor, in der meine Tochter genau beschreibt, wie meine Mutter sie missbrauchte und dass zwischen dem Jugendamt und ihrer Großmutter engste Kontakte bestanden. Es wird auch aufgeführt, wie das Jugendamt sie, also meine Tochter, missbrauchte.

Als Hochbegabte von Heim zu Heim geschleppt, dann in die Psychiatrie

Agnes wurde von Heim zu Heim geschleppt, dann als gesundes Mädchen in die geschlossene Psychiatrie in Mosbach. Wir haben noch einmal telefoniert und sie schrie ins Telefon „Mama, hol mich hier raus. Sie sperren mich in den Time-Out-Raum und ich darf nicht rausgehen. Sie drehen mir die Hände auf den Rücken, halten mir die Nase zu, damit ich die Pillen schlucken muss.“

ENDE

Dass Agnes vom Jugendamt aus in eine WG mit Männern gestopft worden war, wo sie vergewaltigt wurde, dazu berichten wir eventuell zu einem späteren Zeitpunkt.

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Der Ex-Freund von Agnes sagte, dass Agnes immer von einem Kind gesprochen habe und von einem Vermögen, sie besäße vier Häuser.

Es geht mir um die Wahrheit, die Verurteilung der Täter, die Restaurierung unseres Rufes – ich wurde als Mensch, als Frau und als Mutter flambiert.

Den tatsächlichen Schaden, könne das Jugendamt laut RA Saschenbrecker nie bezahlen, er beläuft sich auf ca. 4 Mio Euro. (Kind verloren, Gesundheit verloren, Haus verloren, hochqualifizierten Beruf mit hoher Verantwortung verloren, gesellschaftliche Einbindung, Politisches Standing  bis hin zur Kandidatur verloren, etc.)