Holger Fritz zwingt erneut den 1. Oberamtsanwalt in den Zeugenstand

Justiz hoffnungslos überfordert mit ihren bisherigen Handlungsweisen

Selbst-Verteidigung eines Vaters im 13. Verhandlungstag: (Politisch) zugelassener kid – eke – pas – Fall in Deutschland trieb kriminelle Blüten

2019-10-15

Angeklagter Holger M. Fritz. Verteidigt sich selbst am kommenden Freitag, 18. Oktober 2019, im 13. Verhandlungstag. Foto: Heiderose Manthey.

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Rastatt. Nach über fünf Stunden im Zeugenstand ist der ehemalige Ankläger Helmut Schäfer nicht entlassen. Versuchten Richterin Angelika Binder und Staatsanwalt JanMarc Schwengers, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, mit verbalen und nonverbalen Spielereien ihren Kollegen Schäfer zu schützen ? Schwengers Mimik sprach jedenfalls Bände ! Der Angeklagte erwirkte dennoch am vergangenen Sitzungstag 19 Beschlüsse.

Am 18.10.19 um 09:00 Uhr wird Staatsanwalt Schäfer im Zeugenstand erneut den Fragen des Angeklagten Fritz Rede und Antwort stehen müssen. 

Der nächste Verhandlungstermin wird mit Spannung erwartet.

Eine kid – eke – pas Geschichte bis zum Abwinken

Holger M. Fritz, gelernter Gärtner mit anschließendem BWL-Studium, ist wegen Tierquälerei und Übler Nachrede angeklagt. Nach eigenen Angaben hatte er zehn Pferde auf der Rennbahn stehen und dort seiner jüngsten Tochter und deren Freundin, Tochter seines ehemaligen Mitarbeiters, Reitunterricht gegeben.

Die Mutter seiner Tochter und der fristlos entlassene Mitarbeiter schließen sich zusammen, wobei die Mutter den Mitarbeiter dafür bezahlen würde, den Angeklagten schwerer Straftaten zu bezichtigen, u.a. der Tierquälerei, ein in tierärztlicher Behandlung stehender Althengst diente als Beweis. Der Angezeigte erlebt am 09. Juni 2015 einen (organisierten) Shitstorm über Facebook.

Welche Rolle spielt Staatsanwalt Helmut Schäfer (auf dem Foto rechts), der neben seinem Kollegen im Gerichtssaal agiert, obwohl er als Zeuge geladen wurde ?

Der ehemalige Mitarbeiter von Fritz soll acht der in seinem Eigentum stehende Pferde als Hehlerware verkauft haben, auch die Stute seiner Tochter. Die Mutter habe diesen Verkauf u.a. beim Familiengericht dafür benutzt, ein für die Tochter vom Vater erzeugtes Trauma nachzuweisen, wohlgemerkt vor dem Verkauf des Pferdes.

Weitere Schikanen seien hinzugekommen, über Polizei und der Polizistin der Polizeistation auf der Rennbahn Iffezheim, um sich auf diese Weise der gemeinsamen Tochter zu bemächtigen.

Insgesamt wurden ca. 40 Strafverfahren gegen den Angeklagten eingeleitet, die alle eingestellt seien und nur dazu gedient hätten, ein Anscheinsbild zu schaffen.

Zwei der ca. 40 Strafverfahren sind noch anhängig

Der Angeklagte äußert, er habe die Verquickungen und die strafbaren Handlungen beweisunterlegt aufgedeckt. Der nun wieder im Verfahren stehende aktive Staatsanwalt muss erneut in den Zeugenstand – ein Novum.

Richterin Angelika Binder soll am 12. Verhandlungstag den Gerichtssaal fluchtartig verlassen haben: Foto: Heiderose Manthey.

Beim vorletzten Termin, am 20. September 2019 sei die Richterin aus Panik aus dem Gerichtssaal geflüchtet. Die Kindsmutter wäre von der Zeugin Zepfel schwer belastet worden.
Fritz spricht von einem Korruptionsskandal, der bereits aufgeflogen sei und nun solle mit allen Mitteln ein drohender Flächenbrand gestoppt werden.

Der Richterin am Amtsgericht Rastatt, Angelika Binder, wirft Fritz Rechtsbeugung in mehreren Fällen vor. Die alles entscheidende Frage sei, wer der Eigentümer der Pferde im Anklagezeitraum war. Dies könnte bedeuten, dass nach der Argumentation des Gerichts und der Staatsanwaltschaft, der ehemalige Mitarbeiter und die Mutter der gemeinsamen Tochter die Pferde verkauften, ohne Papiere, d.h. sich als Eigentümer ausgaben, gegen diese wegen Diebstahl nicht ermittelt worden sei, um Fritz anzuklagen und verurteilen zu können.

Ferner gibt Fritz an, die Vernetzungen und Verquickungen der involvierten Behörden seien aktenkundig nachgewiesen. In ursprünglich zwei Terminen hätte die Richterin den Angeklagten Fritz abfertigend verurteilen wollen, nun sei er im 13. Prozesstag angelangt und immer noch sei kein Ende in Sicht. Der Vater kämpft.

Zum Film JUSTIZ-TERROR in Rastatt

Der Prozess. Kafka ? Fritz ? Gibt es einen Unterschied ? Foto: Heiderose Manthey.

Filmemacher Volker Hoffmann: „Wenn Sie diesen Film angeschaut haben, werden Sie als Justizkenner automatisch an den Roman von Franz Kafka „Der Prozess“ erinnert. Das Werk gilt als Beispiel für die existenzialistische Not des modernen Individuums, das „schuldlos schuldig“ durch Juristen in einen Strudel unwirklich-irrationaler Ereignisse hineingezogen wird, um es dann „schuldig“ zu sprechen und unschuldig hinzurichten.

Nichts anderes findet derzeit beim Amtsgericht Rastatt gegen den Unternehmer Holger Fritz statt. Seit Jahren wird er von der Justiz verfolgt, war sogar in Untersuchungshaft (6 Tage) und wird nunmehr seit 12 Verhandlungstagen seiner Lebenszeit beraubt.“

In derselben Küche groß geworden ?

Auffallend war am 12. Prozesstag, dass die Richterin Zuhörer ermahnte wegen einer geringfügigen und leisen Gesprächsaufnahme innerhalb der eigenen Reihen, der Staatsanwalt oberlehrerhaft mit strengem Blick sogleich mit einem scharfen Blick hinterher setzte.

Der Staatsanwalt und Zeuge wurde aber von Seiten der Richterin nicht ermahnt wegen ungebührlichen und flegelhaften Verhaltens und Provokation des Angeklagten mit süffisantem Grinsen. Und selbst als sich der Zeuge langgestreckt nach hinten über seinen Stuhl warf, um damit zu demonstrieren, dass er die Fragen des Angeklagten und Verteidigers Fritz nicht mehr „ertragen“ könne, diese Mimik und Gestik ging ohne Ermahnung von Seiten der Richterin vonstatten. Der Angeklagte selbst bemerkte die Aktionen des Staatsanwaltes und brachte dies zur Sprache.

Der ZEUGE Schäfer richtet sich auf der Seite der Staatsanwaltschaft häuslich ein. Foto: Heiderose Manthey.

Irgendwie konnte man sich als Zuschauer des Eindrucks nicht erwehren, dass sowohl Richterin, als auch Staatsanwalt und Zeuge in dieselbe „Küche“ gehörten. Schließlich suchte die Richterin bei fast jeder Frage und bei fast jedem Statement den Augenkontakt zu Staatsanwalt Schwengers. Diesem schien die Anlehnung der Richterin an ihn, den Staatsanwalt, willkommen zu sein.

Warum der Zeuge Schäfer nach der „Vernehmung“ im Gerichtssaal verbleiben durfte, um seine Formulare auszufüllen, das muss an dieser Stelle auch noch angefragt werden. Schließlich fiel aber der Richterin dann doch noch ein, dass der 1. Oberamtsanwalt Schäfer den Raum zu verlassen habe, weil er ja als „Zeuge“ geladen worden war und nochmals vernommen werden solle.

Ob Oberamtsanwalt Schäfer seine Staatsrobe samt Kravatte wieder vor seiner Zeugenaussage am kommenden Freitag auf der Staatsanwaltsseite im Gerichtssaal ablegen wird, bleibt bislang noch ein Geheimnis.

Prozessbeobachter werden zum nächsten Termin am 18. Oktober 2019 um 09:00 ins Amtsgericht Rastatt gebeten. Dort wird Staatsanwalt Schäfer im Zeugenstand erneut den Fragen des Angeklagten Fritz Rede und Antwort stehen müssen.